Jeder Clustermitte wird eine Teeküche mit Wasseranschluss zugeordnet. Konkrete Ausstattungsmerkmale von Wasserzugängen waren dagegen in Weimar nicht Gegenstand der Phase Null. Wegen ihrer Bedeutung für die pädagogische Arbeit sind die spezifischen Bedarfe in den folgenden Planungsphasen mit den Nutzerinnen und Nutzern weiter zu konkretisieren.
Nach heutigem Stand der Technik ist eine dezentrale Versorgung mit Durchlauferhitzern eine hygienisch unbedenkliche und wirtschaftliche Lösung der Warmwasserbereitung an Schulen. Eine zentrale Warmwasserversorgung dagegen ist aus hygienischen Gründen problematisch. Wegen der langen Zirkulationsleitungen besteht die Gefahr, dass sich Legionellen bilden. Eine ähnliche Gefahr besteht bei Elektroboilern. Durch die elektrische Warmwasserbereitung ist die elektrische Gesamtleistung wesentlich höher als im konventionellen Schulbau.
Waschbecken mit Spül- und Putzfunktion wie Teeküchen: 11 KW / Gleichzeitigkeit 0,4
Waschbecken mit Spül- und Putzfunktion in Putzmittelräumen: 11 KW / Gleichzeitigkeit 0,0
Waschbecken in Werk- oder Atelierbereichen mit mehreren Armaturen, an denen größere Gruppen in kurzer Zeit viel Wasser benötigen: 11 KW
Warmwasser im Pflegebad: 18 KW/Gleichzeitigkeit 0,4 + reines Handwaschbecken in barrierefreien WCs: 5,7 KW / Gleichzeitigkeit 0,1
Handwaschbecken in nicht-barrierefreien WCs ohne Warmwasserbereitung. (Es befindet sich mindestens ein WC mit Warmwasserbereitung auf jeder Etage)
#Kompaktes Wasch- und Küchenmöbel #Strukturierung Raum: Apollo Schools, Amsterdam (NL), Herman Hertzberger, 1983
Jedes Projekt ist anders. Dafür sind die Fragen, die zu einer Entwurfsentscheidung führen, überall gleich. Die 26 Themen im Planungswissen beantworten diese Fragen: im Text entlang der folgenden Kriterien, im Bild in den anschließenden Isometrien.
Was ist die allgemeine Herausforderung bei diesem Thema – unabhängig vom aktuellen Pilotprojekt?
Kommunen müssen beim Bau von Schulen dringend auf neue pädagogische und organisatorische Anforderungen reagieren. Dabei gibt es bestimmte Herausforderungen, die standortübergreifend in der Planung zu lösen sind.
Welche Anforderungen an die Planung aus der Phase Null liegen den Entscheidungen im Pilotprojekt zugrunde?
In der Phase Null werden die Voraussetzungen und Bedarfe ermittelt, die sich aus dem Standort und dem Programm der jeweiligen Schule ergeben. Die Empfehlungen aus der Phase Null sind die Basis für den späteren Entwurf.
Welche Rahmenbedingungen aus Gesetzen und Normen gelten für das Projekt und wie werden sie angewandt und umgesetzt?
Viele geltende Richtlinien und Normen sind überholt. In jedem Projekt ist zu prüfen, wie vorhandene Vorgaben zu interpretieren und ggf. auch Ausnahmen durchsetzbar sind.
Wie werden spezifische Anforderungen im Projekt wirtschaftlich und nachhaltig gelöst?
Kosteneffizienz ist für jeden Schulbau ein wichtiges Ziel. Dabei gibt es viele Wege, um Wirtschaftlichkeit im Projekt und entlang der Anforderungen zu realisieren.
Welche ästhetischen, kulturellen und gestalterischen Aspekte prägen das Konzept?
Jede Schule ist ein kulturell und ästhetisch prägender Ort. Deshalb ist Gestaltung eine zentrale Qualität im Schulbau. Sie beeinflusst Wohlbefinden, Leistung und Verhalten und sagt viel über die Wertschätzung von Schule und Bildung in unserer Gesellschaft.
Welche Beispiele und Assoziationen aus anderen Projekten waren im Prozess anregend?
Auch wenn Innovation im Schulbau immer noch eine Herausforderung ist – interessante Vorbilder und Referenzen für Teillösungen gibt es überall. Wir nennen nur eine kleine Auswahl, die im Prozess tatsächlich eine Rolle gespielt hat. Ein Blick in die Geschichte und Gegenwart der Architektur von Schulen lohnt sich für jedes einzelne Projekt.